16.04.2023 – Besuch des Hänneschen Theaters

Am 16.04.2023 empfing uns Jochen, unser Reiseführer, um 11:50 Uhr in der Bahnhofsvorhalle in Düren zu unserer Fahrt ins Hänneschen Theater.

Mit der Bahn ging es nach Köln, wo Jochen für uns einen Tisch in einem Brauhaus reserviert hatte. Bei leckerem Kölsch und Essen begann unser Ausflug in munterer Atmosphäre.

Nach dem Essen ging es zum Hänneschen Theater. Gegründet wurde das Hänneschen-Theater 1802 von Johann Christoph Winters (1772-1862) als Puppentheater für Kinder, das Stücke in der Adventszeit aufführte.Tag für Tag bringen die Knolledorfer und ihre menschlichen Seelen kölsche Geschichten auf die Bühne. Geschichten zum Lachen und Nachdenken – und immer aus dem Leben gegriffen. Alle Stücke werden auf kölsch geschrieben und gespielt. Das Ensemble führt die Stockpuppen selbst und spricht und singt live. Auch die Musik ist handgemacht.
„He en Kölle hält m´r zesamme“. Ein Motto, das auch das Theater-Schmölzje durch dick und dünn geführt hat. Denn Hänneschen wäre nicht Hänneschen, hätte es nicht bis heute so viele Freunde, Fürsprecher, Besucher und Spieler. Mit anderen Worten: Minsche met Hätz!

Das Herz am rechten Fleck hatte ganz sicher der einstige Schneidergeselle Johann Christoph Winters. Nicht nur für Pänz und Puppenspiel, sondern auch für Kölle. Denn eigentlich kommt der Gründer des Hänneschen-Theaters ja aus Bonn …

Um 14:45 Uhr trafen wir uns dann zu einer Führung „Hinger d`r Britz“. „Hinger d’r Britz“ – zu Hochdeutsch „Hinter der Balustrade“ – hier stehen sie, die Puppenspieler, die vom Zuschauerraum aus unbemerkt die Hauptdarsteller über der Britz zum Leben erwecken. Und das mit ganzem Körpereinsatz. Schließlich bringt ein Protagonist wie Mählwurms Pitter schon mal stolze vier Kilo auf die Waage und wirkt auf der Bühne doch alles andere als „hölzern“.

Michael, der uns seinen Arbeitsbereich eindrucksvoll erleben ließ, zeigte wie die Stockpuppen zu handhaben sind. Er gab uns Informationen zum beeindruckenden Fundus von über 200 Bühnenbilder, 800 Puppen und 5.000 Kostümen, welche zum Teil ausgelagert sind. Das, was wir zu sehen bekamen, war erstaunlich und machte für uns erst den Blick frei, was für eine enorme Arbeit und Anstrengung hinter den Kulissen stattfindet, um eine so tolle Aufführung, wie wir sie erleben durften, auf die Bühne zu bringen. Es ist kaum zu glauben, dass auf so beengtem Raum teilweise 15 Puppenspieler agieren.

Im Anschluss der Führung sahen wir uns dann das Stück „En schäle Biesterei“, ein Abendstück von Silke Essert an.

Es war großartig, wie die einzelnen Charakteren der Puppen gezeigt wurden. Hier einige Beispiele:

Hänneschen, die Hauptfigur der meisten Stücke. Der „Held“ der Stücke der am Ende immer die Oberhand behält.

Bärbelchen, die Schwester in Kinderstücken oder in den Abendstunden die Freundin vom Hänneschen. Sie spielt den Gegenpart zum Hänneschen während er meistens handelt ohne nachzudenken überlegt sie erst gut wie sie handeln will bevor sie handelt.

Speimanes der seinen Namen seiner Eigenheit verdankt beim Sprechen oft zu spucken und dazu noch zu stottern. Er hat zudem auch noch einen Buckel.

Zänkmann’s Kätt weiß über alles in Knollendorf Bescheid, sie hört und sieht alles. Allerdings versteht sie auch alles falsch.

Tünnes ist eher einfältig aber nicht dumm. Er ist freundlich zu allem und jedem und hasst andere auch nach Beleidigungen etc. nicht, sondern will sich mit allen wieder versöhnen.

Schäl ist das genaue Gegenteil von Tünnes. Er ist zwar freundlich zu den Knollendorfern, aber sobald er sich selbst bereichern kann in dem er andere übers Ohr haut, ist er dazu jederzeit bereit. Deswegen ist er meistens mit Tünnes zusammen, da dieser ihm jede Gemeinheit sofort vergibt.

Es gab also sehr, sehr viel zu lachen. Manche Träne in den Augen und langer, andauernder Applaus waren das Geschenk für die Akteure „Hinger d´r Britz“, die sich dafür herzlich bedankten.

Nach der Vorstellung dankten wir Jochen für diesen tollen Tag.

Gegen 20:15 Uhr traten wir die Heimreise an.

(M.W.)

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